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Michael Vogt im Gespräch mit Filmemacher Frieder Wagner («Deadly Dust – Todesstaub»).

Der Filmemacher Frieder Wagner gehörte zu den Lieblingen des deutschen Films. Als mehrfacher Grimmepreisträger und Träger der Europäischen Fernsehpreises war er wohlgelitten. Das hat sich schlagartig geändert. Heute gilt er als «schwierig», und Aufträge seines «Haussenders» WDR bleiben aus. Die Kehrwende zur Ächtung hängt zusammen mit seinem USA-kritischen Film «Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra», der sich – offenkundig nicht gewollt und politisch unkorrekt – kritisch mit den mörderischen Folgen des inzwischen jahrzehntelangen Einsatzes abgereicherter Uranmunition als panzerbrechende Waffe durch die USA, Großbritannien und Israel seit dem Golfkrieg von Bush Senior von 1991 auseinandersetzt.

Und obwohl sein Film über DU (Depleted Uranium – Abgereichertes Uran) mit dem Europäischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde und nun als Kinofassung «Todesstaub» vorliegt, traut sich hierzulande kein Verleih, den Film in die Kinos zu bringen.

Betroffen von der Uranmunition sind nicht nur Soldaten beider Seiten, sondern auch die durch das jahrelange Embargo geschwächte Zivilbevölkerung. Wissenschaftler fordern die Ächtung und das sofortige Verbot dieser Munition, die auch im Kosovo 1999, im Irakkrieg 2003 und zuletzt und unverändert in Afghanistan zum Einsatz kam und dort Hunderttausende Zivilisten wie Soldaten schädigte. Nato und Pentagon – aber auch die offiziellen Stellen – leugnen bis heute diese Zusammenhänge.

Das in vielen Ländern Europas mit dem üblichen Totschlags «argument» mit dem Vergleich mit dem Nationalsozialismus tabuisierte Thema erfordert eine sachliche und eine sachgerechte Debatte.