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Martin Frischknecht im Gespräch mit René Allemann.

UhrundZeit, ein ganz spezielles Uhrenmuseum im Schweizerischen Jura, in Welschenrohr, früher als Rosières bekannt. Wie die Namensgebung verdeutlich, liegt Welschenrohr in einem «Rohr», einem Tal hinter der ersten Jurakette, welches die Deutsche Schweiz mit dem Welschland, also dem Französischen Teil der Schweiz verbindet.
Um 1540 flohen Hugenotten aus Frankreich in die Calvinstadt Genf und brachten das Wissen über tragbare Uhren mit in die Schweiz. Diese Handwerkskunst hat sich bereits 1890 industriell auch in Welschenrohr angesiedelt und erreichte Mitte des letzten Jahrhuderts ihren Höhepunkt. Verschiedene Uhrenfabriken und Zulieferfirmen boten mehr als 600 Arbeitsplätze und entsprechende Wohlfahrt. Im Wandel der Zeit mussten die Firmen ihre Tore schliessen. Was aber geblieben ist, ist ein sehr interessantes Uhrenmuseum, wo man nicht lediglich historischen Uhren sehen kann, sondern eine ganze Geschichte eines Uhrendorfes vom Aufstieg bis zum Niedergang der ortsansässigen Uhrenindustrie. Der Initiator des Museums, der ehemalige Gemeindepräsident René Allemann hat es ermöglicht, in den Räumen der damals grössen Uhrenfabrik, der Technos, Handwerkskunst aus Welschenrohr zu sehen, ja sogar in einem Tageskurs seine eigene Uhr herstellen zu können. Dabei unterstützt Sie der in der sechsten Generation von Uhrenmachern stehende Fachmann Andreas Flury.
Auf die Frage hin, ob Welschenrohr wieder Uhrenindustrie ansiedeln möchte, meinte René Allemann: «Ja natürlich, jederzeit, das Fachwissen ist nicht verloren gegangen».