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Michael Vogt im Gespräch mit dem Wirtschafts- und Finanzexperten Rico Albrecht von der Wissensmanufaktur, der die Energiefrage aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet und einen Blick von außen auf das Hamsterrad wirft, in dem wir alle immer schneller laufen müssen. Mit klaren Worten beschreibt er die tieferen Ursachen des Wachstumswahns, die im verzinsten Geldsystem liegen.

«Wachstum, Wachstum über alles…» lautet die Devise aller Systempolitiker – egal unter welcher Farbe sie auftreten, denn «Wachstum schafft Arbeit» und «Sozial ist, was Arbeit schafft…» und egal, wie unsinnig oder gar schädlich die jeweilige Arbeit auch sein mag.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als Indikator für den Wohlstand in der BRD. Wächst das BIP, dann geht es uns angeblich gut, bleibt es einmal «nur» gleich, dann soll dies eine große Krise sein. Dabei gibt das BIP jedoch nur den Wert aller Waren und Dienstleistungen an, die innerhalb eines Jahres verbraucht werden. Neben den notwendigen Dingen, die den Menschen dienen, wird das BIP also auch dadurch erhöht, daß z.B. Waffen und Munition verbraucht werden, immer mehr kranke Menschen Medizin verbrauchen, sich immer mehr Menschen gegenseitig betrügen und dann verklagen, gigantische Propaganda- und Verwaltungsapparate die Menschen drangsalieren, immer mehr Ressourcen zu Müll verarbeitet werden und bei alldem immer mehr Energie verbraucht wird. All das schafft zwar jede Menge Arbeit, aber ist das etwa sozial?

Aber warum muß die Wirtschaft eigentlich permanent wachsen und mit ihr der Energieverbrauch sowie die Umweltverschmutzung? Was ist der Grund dafür, daß sich selbst Umweltschützer damit begnügen, ein paar Prozent Energie einzusparen, während sie im selben Zeitraum daran mitarbeiten, den Ressourcenverbrauch zu verdoppeln?

Unser Wirtschafts- und Finanzsystem erlaubt es Banken, Geld durch Kredite zu produzieren und mit einer Zinsforderung versehen in Umlauf zu bringen. Diese Art der Gelderzeugung bewirkt zusammen mit dem Zinseszinseffekt, daß Schulden und Guthaben immer schneller wachsen müssen. Doch dabei ist auch die Wirtschaft dazu verdammt, diesem Wachstum zu folgen und ihren Output alle 25 Jahre zu verdoppeln. Ein Wahnsinn, der die Welt in die nächste Katastrophe stürzen wird, wenn man am Zinssystem festhält.