Aktuell sind 392 Gäste online



«Kampfflugzeug-Eigenentwicklungen in der Schweiz – Welt- und Speerspitze der Landesverteidigung gebrochen». Katrin Hasler im Gespräch mit Jürg Branger, Max Ungricht und Kaspar Zimmermann.

In der Schweiz wurden nach WWII Kampfflugzeuge entwickelt, die aber trotz teilweiser Bestellung durch den Bund, nie in Produktion gingen, da sie vorher wieder vom Bund gestoppt wurden.

Diese Kampfflugzeugeigenentwicklungen sind der N-20 des damaligen Flugzeugwerkes (F+W) Emmen (danach SF Emmen, heute RUAG), der P-16 der FFA in Altenrhein und schliesslich der Piranha der Gruppe ALR. Alle diese Kampfflugzeuge sind zu einer Zeit entstanden, wo die Schweizerisch Landesverteidigung diese nötig gehabt hätte, zumal alle diese Entwürfe, die teils auch geflogen sind, einzigartig und in ihrer Zeit teilweise weit voraus waren. Sie könnten heute noch gebaut werden und wären noch modern! Lear hat nach Abbruch der P-16-Entwicklung die Pläne nach Amerika mitgenommen und daraus das damals erfolgreichste Geschäftsreiseflugzeug der Welt gebaut, den Lear Jet. Dieser flog selbst dem Hunter, der als Ersatz für diese Eigenentwicklungen gekauft wurde, um die Ohren! Die genialen Lösungen des N-20 wurden teils erst 40 Jahre später von den Amerikanern im Stealth Fighter realisiert! Und der Einfluss des Piranha ist im Eurofighter unverkennbar zu sehen, ging doch ein Teil der Gruppe ALR nach München, um am Eurofighter mitzuarbeiten. Ein anderer Teil der ALR Gruppe ging anschliessend ins F+W Emmen und bekleidet heute teils höhere Chargen.

Die Kampfflugzeugentwicklung ist einer der wenigen Technologietreiber, den die Schweiz hätte. Die Atomkraft wurde nach dem Fiasko in Luçens in der Schweiz ebenfalls gestoppt, womit ein weiterer Technologietreiber gestrichen wurde. Im Anschluss an den Stopp in der Kampfflugzeugentwicklung wurden praktisch sämtliche weiteren rüstungspolitischen Schwerpunkte vom Bundesrat klammheimlich gestrichen. Und das kann man als Landesverrat einstufen! Der Bundesrat hat damit der Landesverteidigung eine Absage erteilt. Und das Resultat kann man heute sehen, wo er die Armee innerhalb von 20 Jahren praktisch auf 10 bis 15% reduziert hat, ohne auch nur im Geringsten die Kampfkraft der Truppen zu verstärken. Mit den wenigen heute vorhandenen Kampfflugzeugen kann der Luftschirm in einem Kriegsfall nicht mehr aufrechterhalten werden, was aber essentiell ist! Und das ist verantwortungslos vom Bundesrat! Zudem hat er vor wenigen Jahren eine ganze Reihe von Kriegsstützpunkten (Militärflugplätzen) aufgegeben!

Mit den eigenen Waffen kann man nicht geschlagen werden (umgekehrt mit fremden schon). Somit ist der Kauf von Waffensystemen implizit schon Landesverrat! Und er schwächt zudem den Werkplatz Schweiz.